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Dortmund im September: Antifaschistische Bündnisse mobilisieren

Dem Naziaufmarsch am 04.09.2010 in Dortmund entschieden entgegentreten!

Beteiligt Euch am 3. und 4. September an den verschiedenen antifaschistischen Aktionen. Weitere Infos und Ankündigungen gibt es hier:
s4- Bündnis
Dortmund stellt sich quer!

„Autonome“ Nazis- Neuss im Blick

Laut Berichten diverser Infoportale wurde kürzlich ein junger Neonazi aus dem Spektrum der „Autonome Nationalisten Rhein Kreis Neuss“ einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt:

Seit einigen Monaten tauchen im Mülheimer Stadtteil Styrum rechte Aufkleber, Tags und Stencils auf. Überwiegend wird dabei ein direkter Bezug zur Kameradschaft „Autonome Nationalisten Rhein Kreis Neuss“ hergestellt. Auch in Mülheim-Mitte wurden antifaschistische Graffitis beschädigt und z.T. durch rechte Parolen ersetzt. Für diese Aktionen…
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Glaube – Sitte – Hei(l)mat

Es ist wieder so weit. Wie jedes Jahr im August treffen sich „weit über 6.500 Schützen und Musiker in Neuss um für vier Tage zu Ehren des amtierenden Schützenkönigs“ im Waffenrock und mit stilisiertem Gewehr im Anschlag durch die Stadt zu ziehen. Die Motive der überwiegend männlichen Klientel sind vermutlich verschiedenartiger Natur. Regelmäßig Miliz spielen gehört wohl ebenso dazu wie die Meinung, sie müssten „alte Traditionen“ aufrechterhalten bzw. dieser gedenken. Wobei das eine das andere sicherlich keineswegs ausschließt. So werden auf der Internetseite des „Neusser Bürgerschützenvereins“ Sinn und Zweck der Veranstaltung wie folgt umschrieben: „Schützenfeste sind in ganz Deutschland, wie auch in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Österreich, weit verbreitet. Sie haben sich fast überall von ernster Waffenübung zu frohem Spiel gewandelt. Doch soll man darüber die Notwendigkeit, aus der sie entstanden, nicht vergessen. „Stadtluft macht frei“ so hieß es. Diese Freiheit war jedoch nicht zum Nulltarif zu haben. Die Städte mussten ihre Freiheit gegen vielerart Bedrohung verteidigen. Sieg und Niederlage hing neben der Stärke der Stadtbefestigung von der Qualität der Bewaffnung ab und von der Fähigkeit der Bürger, sie zu handhaben.“ Wobei diese so genannte Freiheit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur gegen finstere externe Mächte, sondern gegen alles, was nicht in das jeweilige herrschende Stadtbild passte, verteidigt wurde, liegt nahe.
Aber auch die „Schützenbrüder“ gehen mit der Zeit und so wird sich als aufrechter Bürger der Gegenwart nicht mehr der scharfen Waffe bedient um seine Freiheit zu schützen. Vielmehr geht es Hand in Hand mit der Polizei um seine Rechte zu sichern. Am Beispiel des Bürgerschützenverein Wevelinghoven (Rhein-Kreis Neuss) läßt sich festmachen, dass Schützenvereine auch heute noch eine „gesellschaftliche Schutzfunktion“ einnehmen. So berichtete in der Vergangenheit die Westdeutsche Zeitung in ihrem Onlineportal unter anderem: „Statt klassischer Polizeiaufgaben übernehmen sie den Part der aufmerksamen Bürger und scheuen sich nicht, bei Bedarf die Polizei zu alarmieren. ‚Gerade Schützen sind in dieser Hinsicht verlässliche Partner´, so Patt.“
Diese bestehende Situation bietet viele Möglichkeiten Kritik zu üben. Allerdings soll es nicht Inhalt dieses Textes sein und lediglich den aktuellen Stand der Dinge festhalten. Vielmehr befasst sich der folgende Text mit der Frage, welche Stellung und Funktion Schützenvereine im Nationalsozialismus einnahmen.
Mit der Begründung, dass viele Schützengesellschaften verboten worden seien, wird versucht, sich vom braunen Terror der Jahre 1933 bis 1945 zu distanzieren bzw. die aktive Teilnahme zu verschleiern. Die Vereine erklären sich in ihrer Geschichtsbetrachtung meist zu Opfern dieser Zeit. Dass jedoch die Schützenvereine – ganz im Gegensatz zu ihrer angeblichen Opferrolle – wie ein Großteil der gesellschaftlichen Kräfte, insbesondere jener bürgerlicher Prägung, vor und während der Machtübertragung an die NSDAP bereitwillig ihren Beitrag zur „Volksgemeinschaft“ leisteten, zeigt der unten stehende Beitrag, welcher den bereits am 17. August 2010 in Neuss durch den Autor zur Thematik gehaltenen Vortrag ergänzt.

Henning Borggräfe: Schützenvereine im Nationalsozialismus – Kurztext zum Inhalt

Die Verstrickung der Schützenvereine in den Nationalsozialismus ist trotz der nach wie vor hohen gesellschaftlichen Relevanz der Schützen (gegenwärtig bundesweit mehr als 1,5 Millionen Personen in mehr als 15.000 Vereinen) und trotz des hohen Stellenwerts der „Tradition“ für die Vereine bisher nahezu unerforscht. In seinem erst 2004 eröffneten Museum zur Schützengeschichte verortet sich der „Deutsche Schützenbund“ als Opfer des Nationalsozialismus. Demgegenüber zeigt diese weitgehend auf bisher nicht genutzten Quellen basierende Studie anhand der Entwicklung der reichsweiten und der westfälischen Verbandsszene und anhand dreier ausgewählter westfälischer Schützenvereine (Lünen, Hattingen, Lippstadt), dass die Schützen sich organisatorisch und in ihrer Praxis in das „Dritte Reich“ integrierten und als Massenbewegung an der Inszenierung von „Volksgemeinschaft“ und „Führermythos“ und an der Kriegsvorbereitung der breiten Bevölkerung durch „Wehrhaftmachung“ tatkräftig und auch eigeninitiativ mitwirkten.

Im Anschluss an eine die jüngere Forschungsdiskussion zur Gesellschaft des Nationalsozialismus rekapitulierende Einleitung bietet die Studie zunächst einen Einblick in die Sozialstruktur, die lokale Position und die Aktivitäten der Schützenvereine und in die politische Situation der Schützen und ihrer Verbände in der Weimarer Republik: Das Vereinsleben der vor Ort sehr wichtigen Schützen erlebte in jenen Jahren einen Höhepunkt, ehe es von der Weltwirtschaftskrise ab 1930 hart getroffen wurde. Dies galt sowohl für jene Vereine, die sich wie der Hattinger Schützenverein in ihrer Praxis auf den Schießsport konzentrierten, als auch für jene, die sich wie der Lippstädter Schützenverein vor allem der Gemeinschaftspflege widmeten, oder für die, die wie der Schützenverein Lünen auf beiden Praxisfeldern aktiv waren. Über verschiedene Praxisschwerpunkte hinweg, waren es der Nationalismus und der Wunsch nach einem starken Führer, die in der Endphase der Weimarer Republik die Schützen weltanschaulich vereinten und die Verlautbarungen der verschiedenen Schützenverbände bestimmten. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und die Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seitens der Schützen im Frühjahr 1933 einhellig begrüßt.

Den Hauptteil der Studie bilden drei große Kapitel, die sich nacheinander der Entwicklung der Verbände und Vereine, der Praxis der Pflege der „Volksgemeinschaft“ und der Praxis der Kriegsvorbereitung widmen. In der Beschäftigung mit der Verbands- und Vereinsentwicklung kann die Studie aufzeigen, dass die „Gleichschaltung“ zwar eindeutig von der NS-Führung eingeleitet und vorangetrieben wurde, aber nicht einfach gegen die Schützen durchgesetzt wurde, sondern als ein dynamischer Transformationsprozess verstanden werden muss, der erhebliche Elemente der Selbstmobilisierung der Schützen beinhaltete. So griff beispielsweise der Westfälische Schützenbund bereits seit Frühjahr 1933 die „Judenfrage“ auf, und versperrte Juden ohne eine gesetzliche Notwendigkeit den Beitritt und die Übernahme von Vorstandspositionen. Zur Jahreswende 1933/34 schlossen dann viele Vereine ihre jüdischen Mitglieder aus, obwohl auch zu dieser Zeit keine rechtliche Pflicht zu einem Ausschluss bestand.
Unter den Schützen sah man mit dem neuen Regime die Möglichkeit gekommen, die alten Konkurrenzen zwischen jenen, die den Schwerpunkt auf die „Wehrhaftmachung“ legten, und jenen, die ihre Aufgabe in der Gemeinschaftspflege vor Ort sahen, und zudem unter den auf die „Wehrhaftmachung“ ausgerichteten Verbänden selbst, nun jeweils für sich zu entscheiden. So gelang es etwa dem Westfälischen Schützenbund mit Unterstützung der Gestapo auf Kosten der anderen Verbände und Vereine im Zuge der Vereinheitlichung der Schützenstrukturen unter dem Dach des neuen „Deutschen Schützenverbands“ das zu realisieren, was er schon vor 1933 angestrebt hatte, aber allein nicht umsetzen konnte: nämlich alle westfälischen Schützen in einer mächtigen, auf die Praxis der „Wehrhaftmachung“ ausgerichteten Einheitsorganisation zu repräsentieren. Für die Vereine selbst blieb mit Ausnahme der Umstellung auf das „Führerprinzip“ und die Eingliederung in den neuen Verband hingegen strukturell zunächst einmal vieles beim Alten. Auch auf personeller Ebene zeigt die Studie, dass die Vereine und Verbände nicht einfach von den Nazis übernommen wurden, sondern dass die Schützen sich zunehmend selbst mit der NSDAP arrangierten. Die politische Radikalisierung war auch ein Wandlungsprozess der Schützen selbst. In den Strukturen der Schützen trafen die neuen Forderungen des Regimes auf Akteure, die gewillt waren, ihre eigenen Ziele im Rahmen der neuen Anforderungen und Möglichkeiten zu realisieren.

Wie sich die Praxis der Schützen zu den politischen Zielen des NS-Regimes verhielt, untersucht die Studie zunächst anhand der Gemeinschaftspflege, also vor allem anhand des Schützenfestes und interner Vereinsveranstaltungen. Dabei kann aufgezeigt werden, dass die symbolische Herstellung der „Volksgemeinschaft“ und das gemeinsame Bekenntnis zum „Führer“ zentrale Bestandteile eines jeden Schützenfestes in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft bildeten. Dies gilt insbesondere für die traditionalistischen Vereine, die der von den Schießsportlern dominierten Verbandsentwicklung skeptisch gegenüberstanden. Mit der Etablierung des Regimes ab Mitte der 1930er Jahre verloren die Schützenfeste an politischer Bedeutung. Der „Hitler-Mythos“ wurde aber weiter in verschiedenster Form lebendig gehalten. Allerdings erwehrten sich viele Vereine zugleich erfolgreich einer von der Verbandsführung verlangten Anpassung ihrer Vereinskultur an strikte nationalsozialistische Raster, etwa in der sehr umstrittenen Frage der Einführung neuer Einheitsuniformen. Mit Kriegsbeginn rückte dieser schwelende Konflikt in den Hintergrund und im Rahmen ihrer Möglichkeiten hielten die Schützen mit verschiedensten Veranstaltungen den Zusammenhalt an der „Heimatfront“ aufrecht und vermittelten den Vereinskameraden an der Front moralische Unterstützung.

Das dritte Hauptkapitel widmet sich dem Schießen und der Praxis der so genannten „Wehrhaftmachung“. Bereits in der Spätphase der Weimarer Republik verstanden die Schießsportler ihre Praxis als Dienst für das Vaterland, indem sie etwa eigene Jugendabteilungen einrichteten, deren Wehrsportprogramme die im Versailler Vertrag festgeschriebene Limitierung der deutschen Armee unterlaufen sollten. Nach der Machtübernahme machte sich die Hitlerjugend diese Vorarbeiten zu eigen und installierte unter Mitwirkung der Schützen ein flächendeckendes Ausbildungsprogramm zur Wehrertüchtigung der Jugend. Die schießsportlich orientierten Schützen sahen die Kriegsvorbereitung nach 1933 im Aufwind und trieben eigenständig die am Militärgewehr orientierte Vereinheitlichung der Waffen, den Schießstandausbau und die Annäherung der Schießpraxis an den Kriegseinsatz voran. Während die Schützen aber zunächst bei der Umsetzung ihrer selbst gesetzten Programmatik alleine nicht die gewünschten Erfolge erzielen konnten, trat im Januar 1939 mit der SA eine NS-Formation mit dem Ziel an, unter Einbindung der Schützen die Kriegsvorbereitung aller wehrfähigen Männer zu realisieren. Seit Kriegsbeginn organisierte die SA dann gemeinsam mit den Schützen ein Massenausbildungsprogramm, in dem alle Männer vor der Einberufung zur Wehrmacht in dreimonatigen Wehrertüchtigungskursen kriegsfähig gemacht werden sollten. Bis zum Frühjahr 1942 hatten SA und Schützen so über zwei Millionen Männer ausgebildet. Und die Wehrmacht äußerte sich entsprechend anerkennend. Einige Vereine gingen über diese Mitarbeit noch hinaus und riefen in der Lokalpresse die Bevölkerung auf, sich an der kostenlosen Kriegsvorbereitung auf dem Schützenplatz zu beteiligen.

Erst der Kriegsverlauf bremste die Schützenvereine aus. Ab 1941/42 stellten viele Vereine ihre Arbeit ein, einige waren aber nachweislich noch bis Ende 1944 aktiv. Das offizielle Ende ereilte den Deutschen Schützenverband und die Schützenvereine erst nach der deutschen Kapitulation. Infolge des Alliierten Kontrollratsgesetzes Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 zur Auflösung der NSDAP und aller ihr angeschlossenen Organisationen wurden sie verboten.

Vortrag: Schützenvereine im Nationalsozialismus

Vortrag & Diskussion:

Dienstag, 17.08.2010
19:00 Uhr
Haus International (nähe Hbf)
Salzstraße 55
41460 Neuss

Gemeinschaftspflege und Wehrhaftmachung – Schützenvereine im Nationalsozialismus

Schützenvereine erfreuen sich als wichtige Instanzen lokaler Vergesellschaftung hoher Attraktivität. Doch trotz eines äußerst ausgeprägten Traditionsbewusstseins klaffen mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus große Lücken im eigenen Geschichtsbild. Entweder klammern die Vereine die Jahre nach 1933 weiträumig aus oder sie beanspruchen die Opferrolle für sich. Dabei berührten die Schützen mit ihrer Praxis der Gemeinschaftspflege und des Schießens zwei Kernziele des Regimes: die Realisierung der „Volksgemeinschaft“ und die Vorbereitung auf den Krieg.

Anhand ausgewählter westfälischer Vereine und der reichsweiten Verbandsstrukturen zeichnet der Vortrag nach, wie sich die Schützen mit dem Nationalsozialismus arrangierten und an der Inszenierung der „Volksgemeinschaft“ sowie an der „Wehrhaftmachung“ der Bevölkerung für den Krieg beteiligten. Henning Borggräfe beschreibt die Aneignung nationalsozialistischer Ziele und die eigenen Bestrebungen unter den Schützen als zusammenhängenden, sich wechselseitig beeinflussenden Prozess, der zur Stabilisierung der NS-Herrschaft beitrug.

Der Referent:

Henning Borggräfe, geboren 1981, studierte Geschichte und Politikwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Der Vortrag basiert auf seiner im Frühjahr 2010 als Buch erschienenen Master-Arbeit. Derzeit untersucht er am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen seiner Dissertation die Auseinandersetzung um Entschädigung der NS-Zwangsarbeit seit den 1980er Jahren.

Mitglieder und AnhängerInnen rechtspopulistischer bzw. extrem rechter Parteien und Organisationen wie NPD, „pro NRW“, Rep oder der „Freien Kameradschaften“ haben keinen Zutritt zu der Veranstaltung. Die VeranstalterInnen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Veranstalter: AK Geschichte

Revolutionäre ArbeiterInnenmassen in Düsseldorf um sportlichen Triumph betrogen!

Kurz nach der vom unweigerlich alsbald absterbenden Großbürgertum veranstalteten Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika fand heute der eigentliche Sporthöhepunkt des Jahres im Rheinland statt: der 2. Düsseldorfer StandUp!-Cup.
Auch das von uns unterstützte Team Wrong Side nahm teil und kombinierte proletarische Tatkraft und Entschlossenheit mit einem streng an den Grundsätzen des dialektischen Materialismus ausgerichteten Spielsystem. Alle GegnerInnen mussten vor dieser geballten Überlegenheit fleischgewordenen Klassenbewusstseins kapitulieren, so dass unsere heroischen FußballarbeiterInnen unaufhaltsam von Sieg zu Sieg eilten. Ähnlich wie unsere nordkoreanischen Genossen und Waffenbrüder bei der FIFA-WM wurde Team Wrong Side jedoch von einer durch den Klassenfeind korrumpierten Turnierleitung, spätkapitalistisch-dekadenten Konkurrenzmannschaften, einem durch und durch bourgeoisen Publikum und nicht zuletzt der imperialistischen Weltpresse um den verdienten Lohn seiner überragenden Leistungen gebracht und schied nach der Vorrunde aus. Diesen heimtückischen Angriff auf das internationale Sportproletariat werden wir mit aller Macht und der historisch gebotenen Härte zu parieren wissen und nicht eher ruhen, bis wir den StandUp!-Cup in unseren schwieligen ArbeiterInnenhänden halten! Büttel des Monopolkapitalismus – ihr habt es nicht anders gewollt:

Mob-Foto

AZ Köln von Räumung bedroht!

Demo für ein AZ! Samstag nach Tag X

Am Abend des 27. Juni 2010 wurde bekannt, dass sich die Polizei auf die Räumung des Autonomen Zentrums in der Wiersbergstraße/Köln-Kalk vorbereitet. Diese war wohl für den folgenden Dienstagmorgen anberaumt. Die ehemalige und lange leerstehende Kantine wurde am 16. April 2010 besetzt und dient seitdem als Zentrum für autonome Kunst, Kultur und Politik. Aufgrund angeblicher Sicherheitsmängel will die Sparkasse, die Inhaberin des Gebäudes ist, dieses nun räumen lassen.

Die BesetzerInnen haben mehrfach mit StatikerInnen, ElektrikerInnen und ArchitektInnen zusammengearbeitet, um die sichere Nutzung der Räume zu gewährleisten, was sie auch in Gesprächen mit Sparkasse und Stadt wiederholt darlegten.

Dass das Gebäude nun dennoch geräumt werden soll, ist eine Kampfansage von Sparkasse und Politik und zeigt wieder einmal, dass mensch sich nicht auf die Politik verlassen kann, sondern das eigene Leben selbst in die Hand nehmen muss, wie es im Autonomen Zentrum Köln seit der und durch die Besetzung geschehen ist.

Bisher blieb die Räumung aus. Dies liegt sicherlich zu einem nicht geringen Teil daran, dass sich an besagtem Dienstag eine große Zahl UnterstützerInnen vor dem Gebäude einfand, um dieses nicht kampflos aufzugeben. Außerdem zog eine größere Gruppe zum Kalker Rathaus und besetzte den Eingangsbereich. So sollte das Anliegen eines Autonomen Zentrums unterstrichen und außerdem ein Gespräch mit Oberbürgermeister Jürgen Roters erwirkt werden. Hieraus ergab sich eine Gesprächszusage für den Donnerstagmorgen. Daraus folgte lediglich: Es gibt keine Gespräche und keine Verhandlungen (Pressemitteilung Roters: http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2010/04664/index.html). Und das obwohl Herr Roters das AZ in Köln-Kalk vor der vergangenen Wahl noch als eine „Herzensangelegenheit“ bezeichnete. Das Verhalten der Politik als Farce zu umschreiben, wäre wohl noch untertrieben, offenbart es doch vielmehr die Ignoranz der Obrigkeit, wenn es um Chancen der Selbstorganisation ihrer vermeintlichen „Mitbürger“ geht.

Selbstverwaltete Freiräume wie ein Autonomes Zentrum sind nicht nur ein wichtiger, sondern ein nötiger Gegenpol zu den rassistischen, sexistischen und kapitalistischen Normalzuständen, in denen wir zu leben gezwungen sind. Dort kann versucht werden, unkommerzielle, nicht-diskriminierende und hierarchiefreie Alternativen zu leben und zu zeigen, dass es auch anders geht. Anders als uns Politik und bürgerliche Medien tagtäglich vorzugaukeln versuchen.

Es ist nicht hinzunehmen, dass diese Orte immer und überall der Willkür und Repression staatlicher Organe und profitorientierten Interessen ausgeliefert sind.

Unsere Solidarität gilt all jenen, die täglich für die Erschaffung und den Erhalt solcher Freiräume kämpfen.

Die nach wie vor akut drohende Räumung des AZ Köln betrifft uns alle.

Kein Tag ohne Autonomes Zentrum!

Autonome Freiräume erkämpfen und verteidigen!

Mehr Infos: AZ Köln

terminhinweise
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14.August,14:00 Uhr,Neuss
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Demonstration gegen den Abschiebeknast Büren
25.September,12:00 Uhr,Büren
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Vollversammlung autonome Politik NRW
9.Oktober,14:00 Uhr,Bochum
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Aktivitäten gegen den Castortransport nach Gorleben
November 2010,Wendland
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