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Freispruch für Mülheimer Antifaschisten

Der Antifaschist wurde im Sommer 2008 von zwei militanten Neonazis im Anschluss an eine verbale Auseinandersetzung in Mühlheim des Diebstahls bezichtigt und angezeigt.
Der durch den Meerbuscher Neonazi Kevin B. angeklagte Mülheimer Antifaschist ist jetzt freigesprochen worden. Nach wochenlangen Aufschüben erschien der Ankläger zuletzt durch Vorführung der Polizeibehörden. Grund für den Freispruch waren neben unzureichender Beweislage mehrere unverwertbare Zeugenaussagen. Der Ankläger hatte nach seinem ersten Erscheinen behauptet, keinerlei bestehende Kontakte zur rechten Szene zu haben. Nach den Distanzierungsversuchen räumte er am letzten Prozesstag (22.01.2010) auf anwaltliche Nachfrage ein, im letzten Jahr für die Neusser NPD kandidiert zu haben. Als Begleitschutz des Anklägers versuchten zudem vier angereiste „Autonome Nationalisten“ Zutritt zum Prozess zu erlangen. Aufgrund des breiten Unterstützerspektrums für den angeklagten Antifaschisten wurden sie allerdings von den Gerichtsdienern nicht in den Saal eingelassen.

Mehr zum Hintergrund und ein weiterer Bericht.

Mobilisierung nach Dresden

Mobilisierungsveranstaltung, aktuelle Informationen und Bustickets:

18. Januar 2010, 19 Uhr, ZAKK, Fichtenstraße 40, Düsseldorf – Flingern

Mobi, Info, Tickets für Düsseldorf/Neuss

NRW-Mobilisierung

No Nazis in Viersen!

Am Freitag den 25.12 wurde in der Viersener Innenstadt ein junger Mann mit Migrationshintergrund von drei Nazi-Skinheads rassistisch beschimpft und anschließend verprügelt. Der junge Mann musste im Anschluss auf Grund der Schwere seiner Verletzungen in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert werden.

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Viersen und andere Gruppen rufen zu einer Demonstration auf.

„Keine Homezone für Nazis“

04.01.2010+++13:30 Uhr +++Viersen/Busbahnhof

Hohlnazis erneut im Gründungsfieber

„Seit ungefähr 1 Monat planen wir den Zusammenschluss autonomer Nationalisten aus dem Rhein Kreis Neuss“, vermeldeten am 11. Oktober Neonazis auf einer neuen Homepage.
„Ab sofort werden wir hier über alle Aktionen im Rhein Kreis Neuss berichten.“ Bereits im Jahr 2005 war eine Gruppe unter der Bezeichnung Autonome Nationalisten Neuss aufgetreten, die zeitweise Mitglied im Aktionsbüro Westdeutschland war, sich aber offenbar um 2006 auflöste. Bei der Neugründung dürfte es sich weniger um eine Neubelebung der ehemaligen Gruppe als um ein weiteres Projekt des Meerbuscher Jungnazis Kevin Bredereck handeln.

Quelle: Lotta, Ausgabe 37, Seite 39, Winter 2009/2010

Und hier gleich die Bewerbung für die Rubrik „Hohlnazis“:

„Dies ist das letzte mal das sich die Netzseite ändert. Die neue Weltneseite findet ihr unter: (…)
Möchten aber darauf hinweisen das wir jetzt eine Domin angemeldet haben. Diese wird dann hier veräffentlicht.“

Neuss: 150 Menschen für globale Bewegungsfreiheit

Trotz strömenden Regens und einiger parallel stattfindender Veranstaltungen in der Region, insbesondere der Aktivitäten gegen den Nazi-Aufmarsch in Recklinghausen, protestierten am Samstag, dem 28. November 2009, etwa 150 Menschen in Neuss gegen den bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast auf der Grünstraße. In mehreren Redebeiträgen wurde verdeutlicht, dass zwischen ökonomischer Verwertung von Menschen, Sexismus und Rassismus ein Zusammenhang besteht, den es deutlicher herauszustellen und gezielt zu bekämpfen gilt. Die Demonstration zog lautstark begleitet von Samba – Rhythmen durch die Innenstadt. Auf einer Zwischenkundgebung am Rande des Weihnachtsmarktes wurden PassantInnen, die, wie in persönlichen Gesprächen zu erfahren war, teilweise nicht einmal von der Existenz eines Frauenabschiebeknastes in Neuss wussten, über die dortigen Zustände aufgeklärt. Vor dem Haftgebäude selbst musste zunächst die Polizei darauf hingewiesen werden, dass das Abfilmen der TeilnehmerInnen nicht erwünscht sei. Daraufhin wurde der Kamerawagen nicht weiter eingesetzt. In mehrsprachigen Grußworten solidarisierten sich die AntirassistInnen mit den inhaftierten Frauen:

(…) „Es fühlt sich falsch an, vor einem Gefängnis zu stehen, in dem echte Menschen mit ihren persönlichen Geschichten sitzen und ganz allgemein über Migration und das Leben von illegalisierten Migrantinnen zu sprechen. Wir hier draußen haben Eure Erfahrungen nicht gemacht, und wir wollen uns nicht anmaßen, für jede einzelne von Euch zu sprechen. Was wir aber tun können, ist, die diskriminierenden und gewaltsamen Verhältnisse zu benennen, unter denen Frauen weltweit leiden. Diese menschenverachtenden Verhältnisse gemeinsam zu bekämpfen, ist unser Anliegen (…).“

Nach einer weiteren Zwischenkundgebung in der Innenstadt endete die Demo mit einer veganen Suppe am Bahnhof. Im Anschluss an die Veranstaltung machten einige Leute in der Innenstadt durch das Verteilen von Essen und Infoflyern noch einmal auf das Anliegen der Demo aufmerksam.

Die VeranstalterInnen bedanken sich herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und wünschen warme Füße. Ein besonderer Dank geht an die Kochgruppe „Krisenherd“ und „Samba – Anarchia“. Auch wenn in diesem Jahr weniger Menschen als im Vorjahr am Frauenabschiebeknast erschienen, bleibt die Demonstration gegen Sexismus und Rassismus in Neuss weiterhin eine der wenigen Veranstaltungen in der Region, in deren Rahmen es kontinuierlich gelingt, spektrenübergreifend und unter Überwindung innerlinker politischer Differenzen zu mobilisieren und eigene Inhalte zu vermitteln.

Eine Dokumentation der Redebeiträge sowie eine Auswertung und ein Ausblick folgen in naher Zukunft.

Ein paar Eindrücke…

Aufruf zur Antira – Demo am 28.11.09

DEN SEXISTISCHEN UND RASSISTISCHEN NORMALZUSTAND BRECHEN!

Zum mittlerweile 10. Mal demonstrieren wir gemeinsam gegen den Frauenabschiebeknast in Neuss. Unser Protest richtet sich nicht ausschließlich gegen den Knast in der Neusser Innenstadt, sondern ebenso gegen Abschiebung als ein Element der Migrationskontrolle in Deutschland und der EU. Für Millionen Menschen sind die Zustände, in denen sie leben müssen, so unerträglich, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen, um diese zu überwinden. Dass Abschiebung kein abstraktes Konstrukt ist, sondern konkrete Realität, zeigt die derzeitige Situation von tausenden Roma, die von Abschiebung in den Kosovo bedroht sind. In NRW leben etwa 3.700 Roma, deren Abschiebung nicht unwahrscheinlich ist. Vor dem Hintergrund hunderttausender Roma und Sinti, die verstärkt ab 1938 Opfer des deutschen Faschismus wurden, erscheint der unbedingte Wille, diese Menschen in eine für sie prekäre und lebensbedrohliche Region abzuschieben, mehr als zynisch.

Staatlicher und gesellschaftlicher Rassismus hat auch im Nachkriegsdeutschland eine lange Tradition: Schon Anfang der 1950er Jahre kam es zur Einrichtung des Ausländerzentralregisters in Köln, da das Bundesinnenministerium die „Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung der Ausländer im Bundesgebiet“ gegeben sah. 1980 brannten erstmals Flüchtlingsheime. Nachdem mit der so genannten „Drittstaatenregelung“ das Asylrecht in Deutschland seit 1993 faktisch außer Kraft gesetzt ist, sind Flüchtlinge auf „Duldung“ angewiesen und müssen mit der ständigen Gefahr leben, abgeschoben zu werden. Abschiebung bedeutet für die Betroffenen häufig im ersten Schritt eine monatelange Inhaftierung. Finden sich die Inhaftierten mit ihrer Situation nicht ab, landen sie in Isolationshaft oder der Psychiatrie.

Die Verschärfung der Flüchtlingspolitik schlägt sich schon länger auch im Beschluss von neuen Regelungen und Gesetzen in der Europäischen Union nieder. Bei der Zusammenlegung von Kompetenzen und der Vereinheitlichung von „Ausländer- und Abschiebegesetzen“ orientiert sich die EU – unter tatkräftiger Mithilfe Deutschlands – an den strengsten bestehenden Bestimmungen und verschärft diese immer weiter. Als wäre „Ausländerpolitik“ nicht schon per se rassistisch, geht die EU soweit, sich gegenüber vermeintlich „ärmeren“ Ländern durch eine verstärkte militärische Sicherung der Außengrenzen abzuschotten. Bei dem Versuch, diese Grenzen zu überwinden, starben und sterben tausende. Diejenigen, die es schaffen nach Europa zu gelangen, können sich sicher sein, einen Haufen Gesetze vorzufinden, die ihnen das Leben erneut unerträglich machen. Ein wesentlicher Bestandteil der Migrationskontrolle liegt darin, Menschen nach ihrer ökonomischen Verwertbarkeit auszusortieren. Fallen sie durch dieses konstruierte Raster, werden sie bis zur „freiwilligen Ausreise“ manipuliert oder inhaftiert und abgeschoben. In ihren Herkunftsregionen befinden sich Frauen meist in einer geschlechtsspezifischen Unterdrückung, sie sind häuslicher Gewalt, Frauenhandel, Zwangsverheiratung und -prostitution und/ oder Genitalbeschneidung ausgesetzt. Hinzu kommt, dass sie auch finanziell und materiell in Armut oder zumindest prekären Verhältnissen leben müssen. Von der rassistischen Politik Deutschlands und der EU verstärkt betroffen, finden sich die Frauen folglich in einer doppelten Diskriminierungssituation wieder: Beispielsweise ist die Reduzierung zum Lustobjekt und die Ausbeutung am Arbeitsplatz auch in der sogenannten „zivilisierten Welt“ die Regel. In vielen Fällen ist Prostitution oder Arbeit in anderen Bereichen der Sexbranche für die Frauen der einzige Weg, Grundbedürfnisse zu decken. Alternativ haben sie meist lediglich die Möglichkeit, Arbeit in den meist schlecht bezahlten Bereichen der Dienstleistungsbranche, wie zum Beispiel im Reinigungsgewerbe, zu erlangen.

Etwa 80 Prozent der Frauen, die im Neusser Frauenabschiebeknast gefangen sind…

Den ganzen Aufruf lesen

terminhinweise!
INPUT-Themenabend "Dresden"
27. Januar, 19:30 Uhr - Düsseldorf,Linkes Zentrum Corneliusstr. 108
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Dresden 2010 - Naziaufmarsch blockieren!
13. Februar - Dresden (Busse aus NRW)
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Thomas-Schulz-Gedenkdemo
03. April, 16:00 Uhr - Dortmund,Hbf (Vorplatz)
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Die Inhalte verlinkter Internetseiten stellen nicht zwangsläufig Positionen der Antifa Neuss dar.

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Antira-Demo in Neuss


Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!


10. Demonstration zum bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast in Neuss.

Stattzeitung TERZ


Die Zeitung für's Düsseldorfer Umland


TERZ ist die autonome Stattzeitung für Politik und Kultur in Düsseldorf und Umgebung. Sie erscheint zum Ersten eines Monats und wird kostenlos verteilt.

Antifa-Zeitung Lotta


Ausgabe Nr. 37
Schwerpunkt: Hardcore, Hatecore und National Socialist Hardcore



Die antifaschistische Zeitung aus Nordrhein-Westfalen erscheint dreimonatlich und ist für 3 Euro beispielsweise im Hinterhof in Düsseldorf oder dem Buchladen BiBaBuZe zu erhalten.

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