Archiv für November 2007

„Auch die Vergangenheit ist Zukunft“

Freitag, den 14. 12. 2007|19.30 Uhr|Xantener Straße 7|Neuss
Eintritt: frei

Gustav Landauer: „Auch die Vergangenheit ist Zukunft“ – szenischer Vortrag der Libertären Gruppe Düsseldorf

Gustav Landauers utopisches Programm eines freiheitlich-sozialistischen Menschheitsbundes zählt zu den faszinierendsten Lehren, die der Anarchismus in Deutschland jemals hervorgebracht hat. Als personifizierter Gegenentwurf zum kaiserlichen Obrigkeitsstaat betrieb der sich selbst als „Antipolitiker“ begreifende Schriftsteller, Philosoph und Revolutionär eine schöpferische Aneignung höchst unterschiedlicher Denktraditionen und -richtungen. Zwei Mitglieder der Libertären Gruppe Düsseldorf unternehmen den Versuch einer Annäherung an Landauers einzigartige, zeitlos aktuelle Gedankenwelt. Der Schilderung zentraler Stationen und Aspekte seines Wirkens soll durch das Rezitieren originaler Textpassagen eine besondere Lebendigkeit verliehen werden. Hierbei kommen neben Landauer selbst auch diverse seiner WeggefährtInnen, unter denen sich literarische Größen wie Erich Mühsam, Ernst Toller und Oskar Maria Graf befanden, zu Wort.

Demonstration gegen den Frauenabschiebeknast in Neuss

Heute, am 24. November 2007, gingen mindestens 250 Menschen aus feministischen, antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen anlässlich des „Internationalen Aktionstages gegen Gewalt gegen Frauen“ in Neuss auf die Straße.



Die Demonstration richtete sich gegen den bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast, der sich seit 1993 auf der Neusser Grünstraße befindet. Der alleinige Grund für die Inhaftierung der dort festgehaltenen Frauen besteht in ihrer Migration in die BRD. Weil sie sich Angriffen auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau nicht fügen wollten, verbringen die Migrantinnen bis zu 18 Monate ihres Lebens hinter hohen Mauern und Stahltoren, bewacht von bewaffnetem Justizvollzugspersonal, über ihr weiteres Schicksal weitgehend im Unklaren gelassen. Die eingeknasteten Frauen müssen mit der Angst und Ungewissheit leben, zu jeder Tages- und Nachtzeit abgeschoben zu werden. Vergangenes Jahr führte diese Tortur zum Suizid einer Gefangenen hier in Neuss!
Der Demonstrationszug zog direkt vor den Abschiebeknast, wo lautstark versucht wurde, den inhaftierten Frauen durch mehrsprachige Redebeiträge, Parolen und Sambaklänge ein wenig Mut und Kraft zu spenden. Im weiteren Verlauf drohte die Situation aufgrund am Straßenrand provozierender Neonazis kurzzeitig zu eskalieren. Nachdem die Faschisten das Weite gesucht und die alarmierte Einsatzhundertschaft sich beruhigt hatte, konnte die Demonstration jedoch wie geplant weiter durchgeführt werden.

Saskia Goldmann vom veranstaltenden „Aktionsbündnis für globale Bewegungsfreiheit“ zieht ein positives Resümee des Tages: „Durch unsere gut besuchte und entschlossene Demonstration, einen Infostand und weitere Aktivitäten konnten wir über die rassistische Abschiebepraxis, die für viele MigrantInnen die Deportation in für sie lebensgefährliche Verhältnisse bedeutet, informieren. Auch weiterhin werden wir für eine Welt ohne Grenzen und sexistische Ausbeutung kämpfen.“

Einen Redebeitrag zur Privatisierung von Abschiebeknästen findet ihr » hier

Und ein Video zur Knast-Demo könnt ihr euch » hier ansehen.

AntiFa-Soliparty in Neuss

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!

Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

Die EU schottet sich nach außen hin immer weiter ab. Waren einstmals die direkten Grenzen der EU zu überwinden, um in der Festung Europa die Chance auf ein sichereres Leben zu erhalten, so werden diese immer weiter in die Herkunftsländer weiter weg verschoben. Zusätzlich mit der Regelung der „sicheren Drittstaaten“ von der die komplette EU umgeben ist, schafft sie sich einen sicheren Vorhof in den jedeR ungewollte ZuwandererIn wieder abgeschoben wird. Schafft es jemand doch mal einen Fuß in die Festung Europa zu setzen ohne direkt wieder abgeschoben zu werden, so erwarten sie die Residenzpflicht, Sammellager und Sondergesetzgebung sondergleichen wie auch die Abschiebeknäste!

In Neuss befindet sich der bundesweit einzige Abschiebeknast ausschließlich für Frauen. Mitten in der Neusser Innenstadt wird der Knast in einer ruhigen Wohnstraße durch eine unauffällige Fassade kaschiert. Der Knast ist für die Inhaftierung von 80 Frauen ausgelegt, unter denen es in der Vergangenheit immer wieder auch Schwangere und Minderjährige gab! Die medizinische Versorgung ist katastrophal. Meist ohne Informationen über ihr Verfahren, über die Haftgründe und ihre Rechte, ist für die Frauen die Dauer der Haft nicht absehbar!

Flucht:

Die eingeknasteten Frauen haben kein Verbrechen begangen. Sie brachten ihren Mut und ihre Kraft auf, um sich gegen Angriffe auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau, wie Berufsverbote, Zwangsheirat, Lesbenverfolgung, Vergewaltigung und Genitalverstümmelung zu wehren und zu fliehen. Ihre Hoffnungen und ihre Erwartungen erfüllen sich in der Regel nicht! Geschlechtsspezifische Fluchtursachen werden nicht anerkannt!

lllegalität = Rassismus, Sexismus und Ausbeutung

Abschiebeknast bedeutet für die Inhaftierten: bis zu 18 Monate eingeknastet hinter hohen Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffneten SicherheitsbeamtInnen. Kleine Zellen, rigide Schließzeiten, wenig Hofgang, eingeschränkte Besuchszeiten, ausgeliefert der Willkür des Personals, der Willkür des Apparats. Dabei soll diese Haft keine Strafhaft darstellen – denn die Frauen haben ja auch nichts verbrochen – sondern dient lediglich der Vereinfachung eines Verwaltungsakts der Ausländerbehörde, nämlich der Durchführung der Abschiebung.

Sexistischer und rassistischer Normalzustand:

In der Gesellschaft werden Frauen immer noch geringer geschätzt als Männer. Die Nichtanerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen ist Symptom eines sexistischen Normalzustandes. Der Abschiebeknast in Neuss ist Symbol einer Einwanderungspolitik, die patriarchale Unterdrückungsverhältnisse ignoriert. Im Knast manifestiert sich die rassistische Einwanderungspolitik. Nur noch für den Kapitalismus verwertbare Menschen wird die Einreise in die Festung Europa gestattet. So werden Sexismus und Rassismus in der Gesellschaft reproduziert.

Aufruf:

Wir rufen jede und jeden dazu auf, gegen die sexistischen und rassistischen Gewaltverhältnisse zu demonstrieren, laut, entschlossen und phantasievoll.

- Weg mit dem Frauenabschiebeknast in Neuss!
- Abschiebung bedeutet Folter und Mord!
- Anerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen als Asylgrund!
- Arbeits-, Gesundheits- und soziale Rechte für alle
- Jede und Jeder hat das Recht, dort zu leben wo sie/er es will!
- Kein Mensch ist illegal!
- Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

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25. November: Internationaler Frauenaktionstag gegen Gewalt gegen Frauen
An diesem Tag wurden drei Frauen in der Dominikanischen Republik vergewaltigt und ermordet.
Diktator Trujillo ließ sie 1960 von Militärs verschleppen, vergewaltigen und töten,
als sie politische Gefangene besuchen wollten.
1982 erklärten zuerst lateinamerikanische Frauen diesen Tag zum internationalen Kampftag.

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