An dieser Stelle dokumentieren wir die Einladung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der AntifaschistInnen(VVN/BdA) Kreisvereinigung Neuss zu der Gedenkfeier für die Neusser WiderstandskämpferInnen von 1933 bis 1945 am 1. Mai 2008:
Vor 75 Jahren, am 30. Januar 1933, begann mit der Übertragung der Regierungsgewalt an Adolf Hitler die faschistische Herrschaft in Deutschland. Nach dem Reichstagsbrand vom 27./28. Februar wurden überall im Deutschen Reich erst Kommunisten, dann Sozialdemokraten und Gewerkschafter und andere Gegner der Nazi-Diktatur in die Illegalität gedrängt, verhaftet und verfolgt. Unter den ersten Verhafteten waren in Neuss Hermann Düllgen (KPD) und Franz Sistemich (SPD).
Der Terror der Nazis richtete sich in den Anfangsjahren des NS-Regimes in erster Linie gegen die Arbeiterbewegung. Der 1. Mai 1933 stand schon ganz unter dem Zeichen der faschistischen Propaganda. In Neuss sprach auf der befohlenen „Kundgebung“, neben anderen Vertretern des neuen Regimes, der Kreisleiter der NSDAP. Unter anderem war ein 115-köpfiger SA-Sturm der Firma Bauer & Schaurte – mit dem Firmeninhaber an der Spitze – angetreten.
Am 2. Mai 1933 stürmten SA und Polizei in Neuss wie überall im Reich die Gewerkschaftshäuser, die Gewerkschaften wurden zerschlagen, ihre Funktionäre verhaftet und ihr Vermögen beschlagnahmt.
Vor dem Hintergrund dieses historischen Datums lädt die VVN/BdA Kreisvereinigung Neuss
am 1. Mai 2008 um 9:00 Uhr auf dem Neusser Hauptfriedhof an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld zu einer Gedenkfeier zu Ehren der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer ein.
Hermann Düllgen, geboren am 24.1.1900, KPD-Mitglied und Stadtrat, ruft 1933 nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten zum gemeinsamen Handeln der Arbeiterparteien gegen das NS-Regime auf. Trotz mehrfacher Verhaftungen und KZ-Haft gibt er den Widerstand nicht auf. Am 27.10.1944 wird er in Frankfurt/Main hingerichtet.
August Höhfeld, geboren am 13.2.1893 in Neuss. Der parteilose Zimmermann August Höhfeld wohnt zunächst in der Goethestraße. Er ist Nazigegner und sympathisiert mit den Kommunisten. Der Krieg geht ins fünfte Jahr und kommt auf Deutschland zurück. Höhfeld selbst ist ausgebombt und lebt inzwischen in einer Notwohnung am Berghäuschensweg.
In der Stadt, vor einer Runde ihm bekannter Leute, sagt er, was er von dem „Führer“ und seinem Krieg hält. Ein Denunziant zeigt ihn an. Die Gestapo verhaftet ihn, bringt ihn in das Düsseldorfer Gefängnis „Ulmer Höhe“. Dort wird er täglich verprügelt. Am 13.5 1944 ist er tot. Seiner Frau wir mitgeteilt, ihr Mann habe sich erhängt. Die Frau setzt die Überführung des Leichnams auf den Friedhof in Neuss durch. Freunde stellen fest: Höhfeld hat sich nicht erhängt. Er ist erschossen worden.





