15 Jahre nach dem Solinger Brandanschlag:
Widerstand gegen Rassismus und Neofaschismus notwendiger denn je
Der rassistische Brandanschlag von Solingen geschah vor 15 Jahren. Saime Genç wäre heute 19 Jahre, Hülya Genç 24 Jahre, Gülüstan Öztürk 27 Jahre, Hatice Genç 33 Jahre und Gürsün Ince 42 Jahre alt. Wie die fünf Mädchen und Frauen heute leben würden, weiß niemand, dass sie aber in diesem Land, in dieser Stadt ohne Angst leben würden, ist zu bezweifeln. Wie groß die Angst von MigrantInnen vor Anschlägen nach wie vor ist, erfahren wir wieder angesichts der jüngsten Brände in von MigrantInnen bewohnten Wohnhäusern. Dass diese Angst nicht unbegründet ist, zeigt die Tatsache, dass 136 Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt seit 1990 in Deutschland verzeichnet werden, weitere Anschläge geschehen und „ausländerfreie Zonen“ geduldet werden!
Der Solinger Brandanschlag von 1993 war nach den Morden von Hoyerswerda, Rostock, Mölln, Lübeck und Hünxe der entsetzliche Höhepunkt einer Welle von rassistischen Pogromen gegen Menschen ausländischer Herkunft in unserem Land. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde durch eine massive mediale und politische Hetze gegen AsylbewerberInnen das Klima des Zusammenlebens vergiftet. Die von der CDU eingeleitete „Asylkampagne“ endete wenige Tage vor dem Solinger Brandanschlag am 26. Mai 1993 mit der faktischen Abschaffung des Asylrechtes durch eine Änderung des Grundgesetzes.
Gedenkkundgebung zum 15. Jahrestag
des Brandanschlags in Solingen
am Donnerstag, dem 29. Mai 2008, um 19.00 Uhr
in Solingen-Mitte, Untere Wernerstraße / Ecke Schweizer Straße.
Demonstration „15 Jahre danach:
Rassismus und Neofaschismus bekämpfen!“
am Samstag, dem 31. Mai 2008, um 12.00 Uhr
ab Solingen-Mitte, Mühlenplatz.
Mobilisierungsseite mit vollständigem Aufruf (deutsch und türkisch)
Wir stehen heute hier an den Gräbern der beiden ermordeten Widerstandskämpfer Hermann Düllgen und August Höhfeld, um ihrer zu gedenken und uns von ihnen mahnen zu lassen. Sie wurden ermordet, weil sie ihr Leben nicht in einem Unrechtsstaat leben wollten und konnten.




