Archiv für November 2008

Antirassistische Demonstration in Neuss

Heute, am 29. November 2008, fand zum 9. Mal anlässlich des „Internationalen Aktionstages gegen Gewalt gegen Frauen“, in der Neusser Innenstadt eine Demonstration statt. Bis zu 300 Menschen aus feministischen, antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen gingen auf die Straße, um gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus Position zu beziehen.

Demonstriert wurde gegen den bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast, der sich bereits seit 15 Jahren auf der Neusser Grünstraße befindet. Zur Zeit fristen dort etwa 20 Frauen ein Dasein hinter hohen Mauern und Stahltoren, nur weil sie sich in ihren Herkunftsländern Angriffen auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau nicht unterwerfen wollten.

Die Demonstration zog lautstark zum Abschiebeknast. In mehrsprachigen Redebeiträgen und Parolen wurde die Solidarität mit den inhaftierten Frauen und die Ablehnung der herrschenden Abschiebemechanismen ausgedrückt.

Unmittelbar nach Auflösung der Veranstaltung kam es zu einem Übergriff der anwesenden Polizeikräfte. Aufgrund eines Vorfalls, der sich im Vorjahr zugetragen haben soll, wurde unter Einsatz physischer Gewalt eine Personalienfeststellung erzwungen.

Karin Brause von der Antifaschistischen Aktion Neuss, die in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis für globale Bewegungsfreiheit die Veranstaltung organisiert hat, zieht ein positives Fazit des Tages: „Auch dieses Jahr beteiligten sich wieder viele engagierte Menschen, bei denen wir uns herzlich bedanken möchten, an den Protesten gegen den rassistischen und sexistischen Normalzustand. Wir rufen schon jetzt dazu auf, auch nächstes Jahr wieder nach Neuss zu kommen, wenn die Demonstration gegen den hiesigen Frauenabschiebeknast zum 10. Mal stattfinden wird.“

Bildergalerie Antira-Demo

Antirassistische Demonstration am 29. November 2008 in Neuss

Frauenaktionstag im Abschiebestaat BRD

Auch in diesem Jahr steht der 25. November weltweit im Zeichen des Kampfes um Befreiung von Formen gegen Frauen gerichteter Gewalt.

Diese Tradition geht zurück auf das Schicksal dreier Frauen, die 1960 in der Dominikanischen Republik nach einem Besuch politischer Gefangener von Schergen des Trujillo-Regimes vergewaltigt und ermordet wurden. Der 1982 von lateinamerikanischen Aktivistinnen eingeführte Internationale Frauenaktionstag sollte der hiesigen Linken als Anlass dienen, Stellung gegen institutionellen und gesellschaftlichen Sexismus in der BRD zu beziehen. Hiervon betroffen sind beispielsweise in die Mühlen der rassistischen Abschiebepraxis geratene Migrantinnen.
An wenigen Orten in der BRD wird dies ähnlich deutlich wie im niederrheinischen Neuss, wo seit 1993 der bundesweit einzige Frauenabschiebeknast in Betrieb ist. Derzeit sind in der JVA an der Grünstraße mitten in der Neusser Innenstadt circa 20 von Abschiebung bedrohte Frauen inhaftiert. Abschiebehaft bedeutet für die bis zu 18 Monate lang Inhaftierten ein “Leben” hinter Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffnetem JVA-Personal. Der psychische Druck, der hier auf die Frauen ausgeübt wird, ist schier unvorstellbar. » …den ganzen Aufruf zur Demonstration lesen.

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen! Staatlichen Rassismus bekämpfen!

29. November – 14 Uhr – Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf Neuss)

» Materialien zum Abschiebeknast




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: