Antira-Grinch treibt in Neuss sein Unwesen!

180 Menschen bei Demo gegen Neusser Abschiebeknast

Am heutigen Samstag, dem 4. Dezember 2010, beteiligten sich um die 180 Menschen aus unterschiedlichen politischen und sozialen Zusammenhängen bei Schneefall und Eiseskälte in Neuss an der zum 11. Mal stattfindenden Demonstration gegen das dort seit 1993 betriebene Abschiebegefängnis. Die Veranstaltung richtete sich nicht nur gegen den einzigen ausschließlich mit Frauen belegten Abschiebeknast der Bundesrepublik, sondern generell gegen die menschenverachtende Praxis der Abschiebung als einem wesentlichen Baustein EU-weiter Migrationskontrolle sowie den für zahlreiche Flüchtlinge tödlichen Ausbau der „Festung Europa“. Die Demo-TeilnehmerInnen zogen unter Sambaklängen und kämpferischen Parolen lautstark durch die auf Grund des vorweihnachtlichen Einkaufstrubels gut besuchte Neusser Innenstadt zur auf der Grünstraße betriebenen Haftanstalt. Im Gegensatz zum Ablauf der Vorjahre wurde die Zwischenkundgebung nicht unmittelbar vor dem Knastgebäude, sondern eine Straße weiter vor dem Neusser Amtsgericht abgehalten. Da auf dieser erheblich mehr Autos und PassantInnen zu verkehren pflegen, ließ sich so ein höheres Maß an Aufmerksamkeit für die Anliegen der Demo erzielen. Darüber hinaus besaßen die bei den Antifrauenknast-Demonstrationen stets in den hinteren Hafttrakt verlegten GefängnisinsassInnen größe Chancen, zumindest akustisch an der zu Ihren Gunsten veranstalteten Solidaritätsaktion zu partizipieren. Nach mehreren die menschenverachtende EU-Migrationspolitik sowie rassistische, sexistische und homophobe Tendenzen innerhalb der herrschenden Gesellschaftsordnung kritisierenden Redebeiträgen und dem Verlesen mehrsprachiger Grußworte bewegte sich der Demonstrationszug zurück in die Neusser City. Direkt vor dem Weihnachtsmarkt wurde im Rahmen eines weiteren Redebeitrages erneut der rassistische und sexistische Normalzustand angeprangert. Zum Abschluss der Veranstaltung riefen antirassistische AktivistInnen dazu auf, am Donnerstag, dem 9. Dezember 2010, gegen 10.30 Uhr im Terminal des Düsseldorfer Flughafens zu erscheinen, um unter besonderer Berücksichtigung der notorischen Abschiebungs-Fluglinie Air Berlin dezentral, kreativ, und vielfältig gegen eine für diesen Tag geplante Abschiebung von 80 Menschen nach Serbien zu demonstrieren. Nach Auflösung der Demo wartete die Kochgruppe „Krisenherd“ mit ihrem allseits heißgeliebten veganen Essen auf.

Die Demo-VeranstalterInnen vom Aktionsbündnis für Globale Bewegungsfreiheit bedanken sich bei allen TeilnehmerInnen, der Sambagruppe, den KöchInnen des „Krisenherdes“ und allen Menschen, die ihren Protest in welcher Form auch immer unterstützt haben.

Eine kritische Anmerkung zum Begriff „Prostitution“

Lokalpresse [NGZ] zur Demo





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