Neuss – der Knast geht, der antirassistische Widerstand bleibt

Am heutigen Samstag, dem 3. Dezember 2011, bezogen zirka 100 Menschen aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen in der Neusser Innenstadt lautstark und deutlich Position gegen das menschenverachtende Regime europäischer Migrationskontrolle sowie den rassistischen und sexistischen Normalzustand. Die Demonstration stand unter dem Motto „Der Knast geht, das System bleibt“, denn der seit 1993 in Neuss betriebene Frauenabschiebeknast wurde zwar am 15. November 2011 geschlossen, die durch ihn beispielhaft verkörperte Politik der paramilitärischen Abschottung Europas sowie Illegalisierung, Verfolgung und Abschiebung von Flüchtlingen ist jedoch weiterhin bittere Realität. Dies gilt auch für die bislang an der Neusser Grünstraße inhaftierten Frauen, die nun, sofern nicht bereits abgeschoben, in Zellen der Justizvollzugsanstalt Büren einer ungewissen Zukunft entgegenblicken. Im Rahmen der heutigen Demonstration wurde in Redebeiträgen und auf Flugblättern der europaweit millionenfaches Leid verursachende Gesamtkomplex aus gesellschaftlichem Rassismus und Sexismus, staatlicher Repression, kapitalistischer Ausbeutung sowie neofaschistischen Übergriffen thematisiert. Anders als in den Vorjahren war dieses Mal nicht die inzwischen verwaiste Haftanstalt, sondern der eine größere Öffentlichkeit versprechende Weihnachtsmarkt inmitten der Innenstadt Ziel des Protestzuges. Nachdem die Anliegen der Demonstration dort ausgiebig zum Ausdruck gebracht worden waren, konnten die TeilnehmerInnen sich mit veganem Essen der Kochgruppe „Krisenherd“ stärken.

Die VeranstalterInnen vom Aktionsbündnis für Globale Bewegungsfreiheit bedanken sich bei der die Demonstration akustisch bereichernden Sambagruppe, den KöchInnen des „Krisenherds“ und allen antirassistischen, antifaschistischen und feministischen Gruppen und Einzelpersonen, die sich heute und während der vergangenen 18 Jahre in irgendeiner Form an den Protesten gegen den Neusser Frauenabschiebeknast beteiligt haben. Auch wenn die Haftanstalt nicht mehr existiert, so Nora Hansen im Namen des Aktionsbündnisses, sollen die während dieser Zeit gewachsenen Strukturen zur Unterstützung des Kampfes um globale Bewegungsfreiheit kontinuierlich ausgebaut werden. Nora Hansen abschließend: „Der Knast geht, der antirassistische Widerstand bleibt!“





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: