Nazi-Kampagne im Rhein-Kreis Neuss
Bereits am 1. April kam es in Dormagen (Rheinkreis Neuss) zu einer neonazistischen „Mahnwache“ vor dem Rathaus, an der zirka 30 Neonazis teilnahmen. „Ziel der Aktion war zu einem gegen den Bau einer weiteren Moschee in UNSEREM Land zu protestieren, zum anderen unsere deutschen Mitbürger über die massive Überfremdung, die von den Systemparteien hier absichtlich herbeigeführt wird, zu informieren“, weiß die NPD Krefeld zu berichten. „Leider zeigte sich die Polizeiführung nicht gerade sehr kooperativ, da sie uns beispielsweise die Nutzung eines Megaphons, um die Passanten über Sinn & Zweck zu informieren, untersagte. Weiterhin war es uns unter anderem verboten die schwarz-weiß-rote oder schwarze Fahne zu zeigen“, beschwerten sich die „Autonomen Nationalisten Neuss“ im Internet.
Das Thema Moscheebau in Dormagen hat sich auch die extrem rechte „Bürgerbewegung pro Köln“ auf die Fahnen geschrieben, die zurzeit versucht, sich überregional als „Bürgerbewegung pro Deutschland“ auszudehnen. In Dormagen will man bereits 25.000 Haushalte mit Propagandamaterial gegen den Bau einer Moschee versorgt haben. „Pro Köln“-Ratsherr und „Pro Deutschland“-Bundesvorsitzender Manfred Rouhs aus Köln kündigte an, „die Kommunalwahl 2009 in Dormagen zu einer ,Volksabstimmung über die Groß-Moschee‘ machen“ zu wollen. Noch in diesem Sommer werde dort ein Kreisverband der „Bürgerbewegung pro Deutschland“ gegründet. Als lokale Ansprechperson in Dormagen steht Maria-Melitta Kollmann zur Verfügung.
Vier Wochen nach der Dormagener Aktion fand erneut eine „Mahnwache“ statt, dieses Mal vor dem Neusser Rathaus und „gegen den Moscheebau in Dormagen, Masseneinwanderung und Hartz IV“, wie die „Freien Nationalisten Neuss“ mitteilten. Wiederum waren zirka 30 Neonazis erschienen, hauptsächlich „Freie Kameraden“ und NPDler aus dem Rheinkreis Neuss und vom Niederrhein. Mit Pascal Geyer nahm auch ein NPD-Ratsherr aus Mönchengladbach teil. Angemeldet worden war die Aktion von der NPD Neuss um Willibrord Osmers. Das engagierte Mitglied des „Goju Ryu Karate Club Neuss e.V.“ trat 2005 für die NPD als Landtags- und Bundestagskandidat an und beschäftigte sich vor Ort damit, die zirka 40 GegendemonstrantInnen des Bündnisses „Neuss gegen Rechts“ abzufotografieren. Nicht verhindern konnte er die Festnahme eines teilnehmenden „Kameraden“. Die Polizei nutzte die Gelegenheit, gegen diesen einen schon älteren offenen Haftbefehl zu vollstrecken.
Quelle: ANTIFASCHISTISCHES AUTORINNENKOLLEKTIV /Terz – 31.05.2006





