NPD Neuss und AN Neuss gegründet

„NPD-Ortsverband Neuss gegründet“, vermeldete Anfang Januar der „Widerstand Neuss“ auf seiner Homepage. Die „Freien Nationalisten Neuss“ (FNN) berichteten, dass die Gründung „noch vor dem Jahreswechsel“ stattgefunden habe. „Die FNN begrüßt diese Entwicklung und hofft auf gute Zusammenarbeit. Gemeinsame Veranstaltungen und Schulungen sind bereits geplant. […] Wir […] hoffen, daß alle nationalen Zusammenschlüsse im Kreis über individuelle Ansichten hinaus an einem Strang ziehen werden um in Neuss eine wachsende nationale und soziale Bewegung zu schaffen.“
Die NPD Neuss hatte zuletzt um das Jahr 2000 auf sich aufmerksam gemacht. Im Sommer 2000 wurde der Kreisverband Neuss (wieder)gegründet, als Vorsitzender wurde Reinhard Vielmal aus Dormagen gewählt, der auch den Aufmarsch der „Freien Kameradschaften“ am 28.10.2000 in Düsseldorf anmeldete. Die NPD Neuss organisierte auch Vortragsveranstaltungen in Neuss, u.a. mit dem verurteilten Naziterroristen Manfred Roeder und arbeitete eng mit der „Kameradschaft Düsseldorf“ zusammen. In den letzten Jahren aber war nichts mehr zu hören von einer NPD Neuss. Erst im Vorfeld der Landtagswahlen 2005 kam wieder Bewegung auf. Dabei wurden NPD-Aktivitäten vor Ort insbesondere aus dem Raum Mönchengladbach/Heinsberg um den ehemaligen Neusser Helmut Gudat und aus dem Aachener Raum unterstützt und getragen. Als einziger Neusser trat im Rhein-Kreis Neuss Willibrord Osmers zu den Landtags- sowie zu den Bundestagswahlen 2005 an. Neben seinen politischen Ambitionen ist Osmers auch aktiv im „Goju Ryu Karate Club Neuss e.V.“.
Eine weitere Neugründung im Rhein-Kreis Neuss sind die „Autonomen Nationalisten Neuss“, die seit Anfang 2006 im Internet Präsenz zeigen. Als Anmelder der Homepage gibt sich ein Frank Schneider aus Grevenbroich zu erkennen. Bei den „AN-Neuss“ scheint es sich um einen Ableger des „Widerstand Neuss“ zu handeln. Offenbar gab es Unstimmigkeiten, was das Verhältnis zum „Aktionsbüro Westdeutschland“ (ab-west) betrifft. Beim „ab-west“ handelt sich um einen Zusammenschluss einiger nordrhein-westfälischer „Freier Kameradschaften“, von dem zur Zeit die meisten Aufmärsche in NRW ausgehen. Eben diesem Zusammenschluss sind die „AN-Neuss“ kürzlich beigetreten. In ihrer kruden Selbstdarstellung weiß die „Gruppe“ u.a. mitzuteilen: „Wir wollen die wahre Meinungsfreiheit und dazu gehört nun mal auch die Meinung der Andersdenkenden! Gegen Intoleranz, Sexismus, und sinnlose Gewalt!“

Quelle: Terz 03.06




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