Beiträge von AutorIn

Dresden- / Antifa-Solikonzert

Feines Benefizkonzert für AntifaschistInnen, die wegen der Proteste gegen Europas größten Naziaufmarsch in Dresden Ärger haben. Mit:
FEINE SAHNE FISCHFILET
Randale-Ska, Greifswald+Rostock
DEAD PATRIOTS
Hardcore, Neusskölndüsseldorfkrefeld

Natürlich in Düsseldorfs schönstem Punkrock-Club:
AK47, Kiefernstrasse, Düsseldorf
So ab 8. Oder 9.

Veranstaltet von der Antifaschistischen Linken Düsseldorf und Kopfball Düsseldorf – Fankultur & Fundamentalkritik

INPUT – antifaschistischer Themenabend im Januar

“Kein 10. Opfer!”? “Nationalsozialistischer Untergrund”, Rechtsterror und die Rolle des Staates

Datum: 16.01.2012
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Kulturzentrum ZAKK, Fichtenstr. 40, Düsseldorf

Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und „rassische“ GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische „Nationale Widerstand“ heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die „Volksfeinde ins Visier“ und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar.
Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht.
Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des „Rechtsterrorismus“ beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex „NSU“ Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten. Die ReferentInnen sind MitarbeiterInnen des apabiz und haben diesen Vortrag in Kooperation mit anderen antifaschistischen Projekten erarbeitet.

Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland und AG INPUT
In Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus der FH Düsseldorf, dem zakk, dem Buchladen BiBaBuZe und der Antifaschistischen Linken Düsseldorf

Autobahn-Castoren sollen 2012 von Jülich nach Ahaus rollen

„Ab Anfang 2012 sollen 152 Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus transportiert werden. Die Überführung findet per LKW statt, nötig weil die Zwischenlagergenehmigung in Jülich ausläuft. Mindestens 25 Mal muss die Strecke zurückgelegt werden, mit Beginn im Januar 2012 also rechnerisch alle 3 Wochen ein Transport. Atomkraftgegner sind empört, denn mit Entsorgung hat dieser Atommüll-Tourismus nichts zu tun…“
Mehr lesen bei contratom

Neuss – der Knast geht, der antirassistische Widerstand bleibt

Am heutigen Samstag, dem 3. Dezember 2011, bezogen zirka 100 Menschen aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen in der Neusser Innenstadt lautstark und deutlich Position gegen das menschenverachtende Regime europäischer Migrationskontrolle sowie den rassistischen und sexistischen Normalzustand. Die Demonstration stand unter dem Motto „Der Knast geht, das System bleibt“, denn der seit 1993 in Neuss betriebene Frauenabschiebeknast wurde zwar am 15. November 2011 geschlossen, die durch ihn beispielhaft verkörperte Politik der paramilitärischen Abschottung Europas sowie Illegalisierung, Verfolgung und Abschiebung von Flüchtlingen ist jedoch weiterhin bittere Realität. Dies gilt auch für die bislang an der Neusser Grünstraße inhaftierten Frauen, die nun, sofern nicht bereits abgeschoben, in Zellen der Justizvollzugsanstalt Büren einer ungewissen Zukunft entgegenblicken. Im Rahmen der heutigen Demonstration wurde in Redebeiträgen und auf Flugblättern der europaweit millionenfaches Leid verursachende Gesamtkomplex aus gesellschaftlichem Rassismus und Sexismus, staatlicher Repression, kapitalistischer Ausbeutung sowie neofaschistischen Übergriffen thematisiert. Anders als in den Vorjahren war dieses Mal nicht die inzwischen verwaiste Haftanstalt, sondern der eine größere Öffentlichkeit versprechende Weihnachtsmarkt inmitten der Innenstadt Ziel des Protestzuges. Nachdem die Anliegen der Demonstration dort ausgiebig zum Ausdruck gebracht worden waren, konnten die TeilnehmerInnen sich mit veganem Essen der Kochgruppe „Krisenherd“ stärken.

Die VeranstalterInnen vom Aktionsbündnis für Globale Bewegungsfreiheit bedanken sich bei der die Demonstration akustisch bereichernden Sambagruppe, den KöchInnen des „Krisenherds“ und allen antirassistischen, antifaschistischen und feministischen Gruppen und Einzelpersonen, die sich heute und während der vergangenen 18 Jahre in irgendeiner Form an den Protesten gegen den Neusser Frauenabschiebeknast beteiligt haben. Auch wenn die Haftanstalt nicht mehr existiert, so Nora Hansen im Namen des Aktionsbündnisses, sollen die während dieser Zeit gewachsenen Strukturen zur Unterstützung des Kampfes um globale Bewegungsfreiheit kontinuierlich ausgebaut werden. Nora Hansen abschließend: „Der Knast geht, der antirassistische Widerstand bleibt!“

Der Knast geht, das System bleibt! Antirassistische Demo am 3.12.2011 in Neuss

Das Neusser Frauenabschiebegefängnis wurde 1993 als bundesweit einziges seiner Art eingerichtet. Heute steht es kurz vor der Schließung. Ein Erfolg von antirassistischen Protesten ist die Aufgabe des Gefängnisses allerdings nicht. Vielmehr wird es durch die Verschärfung der europäischen und deutschen Flüchtlingspolitik nicht mehr benötigt.
Die kapitalistische Verwertungslogik der „westlich zivilisierten“ Staaten sorgt dafür, dass täglich Menschen ihren Fluchtversuch in die EU oder USA mit dem Leben bezahlen müssen. Gleichzeitig werden tausende Illegalisierte zurück in Hunger und Armut deportiert. Bürokratische Prozesse und Duldungsverfahren lassen AsylbewerberInnen in der Angst leben, letzlich doch wieder abgeschoben zu werden, anstatt ihnen eine Perspektive auf ein Leben ohne politische Verfolgung und soziale Ausgrenzung zu bieten.
Der Abschiebeknast in Neuss ist Teil dieser Praxis. Interessiert hat es in Neuss die wenigsten. Umso mehr werden wir auch nach der Schließung des Gefängnisses auf das System aufmerksam machen, welches die Verantwortung für diese rassistische Praxis trägt.

Das System heißt Kapitalismus!

Gegen bürgerliche Ignoranz und kapitalistische Verwertungslogik!
Für globale Bewegungsfreiheit für alle Menschen!

Komm zur Demo am 03.12.2011!
16:00 Uhr/Marienkirchplatz, Neuss (nähe Hbf)

Aktionsbündnis globale Bewegungsfreiheit/Neuss

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen! Nachruf zum Frauenabschiebeknast Neuss. [11/2011]

Hintergrundartikel aus der Lotta Nr. 45, Herbst 2011: Illegalisiert, ausgebeutet, abgeschoben – Das Neusser Frauenabschiebegefängnis: Antirassistisches Engagement und bürgerliche Empörungsmuster.

Ein geschlossener Knast ändert nichts am rassistischen und sexistischen Normalzustand!

Seit gestern ist der Neusser Abschiebeknast, die bundesweit einzige reine Frauenabschiebehaftanstalt, Geschichte. Antirassistische AktivistInnen nutzten den Termin der Schließung, um in der Innenstadt von Neuss durch Verteilung eines Flugblatts für die Teilnahme der am 3. Dezember 2011 trotzdem dort stattfindenden Demonstration gegen staatliche Migrationskontrolle zu werben. Denn dadurch, dass von Abschiebung bedrohte Frauen nun in Büren statt in Neuss eingesperrt werden, hat sich der rassistische und sexistische Normalzustand, gegen den diese traditionelle Kundgebung sich seit Jahren richtet, keinen Deut gebessert. Oder um es mit dem Leitspruch der diesjährigen Demo auszudrücken:

„Der Knast geht, das System bleibt!“

Zu Dokumentationszwecken hier der Inhalt des verteilten Flugblatts:

Ab heute ist der Frauen-Abschiebeknast auf der Grünstraße geschlossen. 18 Jahre lang war hier die letzte Station für tausende von Frauen, bevor sie gegen ihren Willen abgeschoben wurden. 18 Jahre lang gab es Proteste gegen den Knast und die europäische Asylpolitik, deren Ziel es nie war und ist, Menschen in Not Hilfe und ein Leben in Würde und Sicherheit zu gewähren, sondern sie zu illegalisieren, auszubeuten und abzuschieben.

Erfolgreich waren diese Proteste allerdings nicht, denn der Knast wird nicht geschlossen, weil sich irgendetwas im Umgang mit den Migrantinnen verbessert hätte. Im Gegenteil: Die Türen des Knastes auf der Neusser Grünstraße bleiben ab heute zu, weil die Abschottung Europas so erfolgreich ist, dass es kaum noch jemandem gelingt, die Grenzen zu überwinden und Asyl zu beantragen.

Die Stille, die ab heute in dem großen Knastgebäude herrscht, ist deshalb nichts anderes als die Totenstille über den Gräbern der mehr als 10 000 Menschen, die in den vergangenen zwanzig Jahren gestorben sind beim Versuch, Europa zu erreichen. Sie ist die Stille über den Gräbern ebenso all jener Menschen, die sich vor oder nach ihrer Abschiebung aus Verzweiflung getötet haben. Sie ist auch das Schweigen in den Kehlen all jener, die es allen Widrigkeiten zum Trotz nach Europa geschafft haben, um den Preis, hier ein Schattendasein als Illegale zu führen.

Für alle bedeutet dies ein Leben ohne Rechte, ohne Zugang zu Gesundheit, Sicherheit und Bildung. Für betroffene Frauen bedeutet es zudem ein Leben als billige und gefügige Arbeitskräfte in Bordellen, in der Kinderbetreuung, als Putzhilfe oder in der Pflege. Frei verfügbar, rechtlos und extrem billig stehen sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und sind wehr- und schutzlos der Willkür ihrer ArbeitgeberInnen ausgeliefert.

Dies ist keineswegs zufällige Folge, sondern profitabler Nebeneffekt der restriktiven europäischen Politik gegen schutzbedürftige Frauen. Das zeigt der Umstand, dass bei der Verfolgung in erster Linie die entrechteten MigrantInnen im Fokus der Behörden stehen und keineswegs die Netzwerke von Schleppern, Zuhältern und anderen ProfiteurInnen der Illegalisierung.

Weitgehend risikolos lässt sich so Gewinn erzielen aus der rechtlosen Lage von Frauen, die sich aus vielerlei Gründen für die Flucht nach Europa entschieden haben: Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution oder Zwangsverheiratung gehören zu den zentralen Motiven der Frauen, denen in ihren Herkunftsländern oft jeglicher Zugang zu Bildung, ja zu jedweder Form selbstbestimmten Lebens verwehrt bleibt. Als Angehörige ethnisch oder religiös verfolgter Minderheiten, als Lesben oder politische AktivistInnen verfolgt, sind sie geflohen, oder vor Kriegen, nicht selten auch vor den Folgen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zerstörungen, die internationale Konzerne beim systematischen Ressourcenraub in aller Welt hinterlassen.

Auch wenn der Abschiebeknast heute schließt, soll und wird sich an der Situation der illegalisierten Frauen nichts ändern nach dem Willen derer, die die Verantwortung tragen für die europäische Abschottungs- und Anti-Asylpolitik. Nach wie vor soll Europa „geschützt“ werden vor dem Ansturm jener, die sich in der großen Hoffnung auf ein menschenwürdiges Überleben auf den Weg machen.

Anders als bei Aktionen gegen Nazis, zu denen sich Menschen verschiedenster politischer Richtungen zusammenfinden, etwa bei der Blockade von Nazi-Demonstrationen oder dem Protest gegen Veranstaltungen von NPD, Autonomen Nationalisten oder Rechtspopulisten, finden sich Menschen, die aktiv Abschiebungen verhindern wollen, die so genannte „Illegale“ unterstützen oder einfach nur gegen Abschiebung demonstrieren, oftmals allein auf weiter Flur.

Das konservative bis linksliberal gemeinsam gegen Nazis demonstrieren und im gleichen Zug die tagtägliche Abschiebepraxis ignorieren, hinnehmen oder legitimieren, scheint nicht verwunderlich. Beides, „gegen Nazis sein“ und die Asylpolitik gerechtfertigt heißen, dient dem Schutz der bürgerlichen Rechte. Dient der Sicherstellung des eigenen, „freiheitlichen“ Nationalgefühls. Dient dem Erhalt der bürgerlichen Gesellschaft.
Doch Staat, Nation und Kapitalismus, auf diesen Säulen unsere Gesellschaft fußt, reproduzieren sowohl den Wunsch nach einer „neuen Volksgemeinschaft“ als auch die Idee Menschen nach ihrer Verwertbarkeit auszusortieren.
Ohne die Überwindung der bürgerlichen Gesellschaft werden auch Nazis weiterhin ihre stumpfsinnigen Ideen in die Welt hinaus tragen genauso wie Menschen abgeschoben werden.

Auch wenn der Neusser Abschiebeknast heute nach 18 Jahren geschlossen wird, nimmt die tagtägliche rassistische Abschiebepraxis, für die die Menschen, die diese Gesellschaft legitimieren, in tiefster Verantwortung stehen, ihren Lauf. Genau deshalb werden wir in Neuss auch weiterhin gegen staatlichen Rassismus, Kapitalismus und bürgerliche Ignoranz demonstrieren.

Komm zur Demo am 03.12.2011!
16:00 Uhr/Marienkirchplatz, Neuss (nahe Hbf)

Aktionsbündnis globale Bewegungsfreiheit/Neuss




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: