Der „Bund“ – alles andere als ein normaler Arbeitgeber!

Liebe InteressentInnen, liebe PassantInnen. Wir sind heute hier, weil eine Rekrutierungs- bzw. Propagandaveranstaltung der Bundeswehr in der Arbeitsagentur Neuss stattfinden soll.

Es fehlt der Bundeswehr zunehmend an Nachwuchs bzw. „Kanonenfutter“. Deshalb versucht sie seit Jahren verstärkt im öffentlichen Raum Präsenz zu zeigen und sich als attraktiver „Arbeitgeber“ anzubieten. Regelmäßig tauchen mittlerweile Werber der Bundeswehr in Arbeitsagenturen auf, um SchülerInnen und Erwerbslose mit Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten und einem „sicheren“ Arbeitsplatz zu ködern. Für einige junge Erwerbslose ein verlockendes Angebot, da ausgerechnet sie, die unter 25-Jährigen, unter Erwerbslosigkeit und massiv ansteigendem Druck durch die ARGE zu leiden haben. Junge Erwerbslose sind etwa verpflichtet, bei ihren Eltern zu wohnen. Außerdem kann ihnen schon beim geringsten Ungehorsam gegen die ARGE das Arbeitslosengeld I/ALG II gestrichen werden. Vor die Wahl gestellt zwischen Erwerbslosigkeit, einem Leben in Abhängigkeit bei den Eltern und einer Ausbildung bei der Bundeswehr, entscheiden sich einige für die Uniform und einen Umzug in die Kaserne.

Bei ihren Rekrutierungsversuchen tritt die Bundeswehr deshalb gezielt an Menschen heran, die sozial stark unter Druck stehen. Die Arbeitsagenturen kooperieren mit der Bundeswehr, indem sie oftmals eine soldatische Laufbahn als eine der ersten Möglichkeiten für die Berufswahl empfehlen. Dieser Aspekt kommt gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise zum Tragen, da sich vor dem Hintergrund immer neuer Massenentlassungen die Bundeswehr besonders effektvoll als „sicherer Arbeitgeber“ inszenieren kann. Die Bundeswehr unterschlägt bei ihrer Propaganda, dass ein/e Soldat/in jederzeit bereit zu sein hat, auf Befehl zu töten und zu sterben. Egal ob im Auslandseinsatz oder im Bereich der Logistik an einem Standort in der BRD, das Berufsfeld eines Soldaten und einer Soldatin ist und bleibt der Krieg. Und Krieg heißt töten, nicht Frieden schaffen. Darüber hinaus ist die Bundeswehr ein Mittel, um wirtschaftliche und politische Inte-ressen der Nato-Mitgliedsstaaten militärisch durchzusetzen. Beispielhaft zeigt sich dies am Ein-satz der deutschen Marine vor der somalischen Küste, wo eindeutig geostrategische, politische und vor allem wirtschaftliche Interessen der BRD, in Form von Frachtschiffen, gesichert werden. Oder am aktuellen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, bei dem vor Kurzem drei weitere Soldaten bei Kampfhandlungen getötet wurden. Offiziell erfolgt der dortige Einsatz im Namen der Menschlichkeit und dient dem Kampf gegen den Terror. Der Zivilbevölkerung vor Ort müssen derartige Idealisierungen der alliierten Kampfeinsätze wie blanker Hohn erscheinen. So tö-teten laut Nachrichtenagentur ap im Januar und Februar 2009 westliche Truppen 100 afghanische ZivilistInnen, während im gleichen Zeitraum 60 ZivilistInnen bei Angriffen der Taliban ums Leben kamen.

Uns empört der durchsichtige Versuch der Bundeswehr, die prekäre Lebenssituation junger und erwerbsloser Menschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und ihre Zwangslagen schamlos auszunutzen. Dass die ARGE solche Bestrebungen unterstützt, ist zynisch. Die Bundeswehr ist alles andere als ein „normaler“ und „sicherer“ Arbeitgeber. Sie führt Krieg und bildet zum Krieg Führen, zum Töten in blindem Gehorsam aus. Deshalb werden wir auch weiterhin jeder ihrer entsprechenden Propagandaveranstaltungen unseren Widerstand entgegensetzen.

REKRUTIERUNGSVERSUCHEN ENTGEGETRETEN !
KEIN FRIEDEN MIT DER BUNDESWEHR !




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